Sie führen durch Regenwälder, über Hochweiden oder entlang uralter Handelsrouten: Reisewege, die zeigen, wie eng Tourismus und Natur miteinander verbunden sind. Auch die diesjährige EcoTrophea hat dies eindrucksvoll sichtbar gemacht: Der Deutsche Reiseverband (DRV) suchte 2025 im Rahmen des Wettbewerbs nach Projekten, die Biodiversität als Teil nachhaltiger Tourismusentwicklung verstehen.
Gesucht wurden Konzepte, die aufzeigen, wie sich der Erhalt natürlicher Vielfalt in touristische Angebote integrieren lässt – von Kooperationen mit Schutzgebieten bis hin zu naturverträglichen Reiseformen.
Ein Preis mit Signalwirkung
Der Gewinner der EcoTrophea 2025 ist der Fernwanderweg Via Transilvanica in Rumänien. Er verbindet auf einer Länge von rund 1.600 Kilometern mehr als 400 Ortschaften und über 20 ethnische Gemeinschaften und macht dabei die biologische Vielfalt des Landes erlebbar. Neben dem Siegerprojekt schafften es zwei weitere internationale Initiativen ins Finale. Sie alle zeigen auf unterschiedliche Weise, wie sich Biodiversität in eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung integrieren lässt.
Damit verdeutlicht die diesjährige EcoTrophea: Biodiversität ist ein globales Zukunftsthema, das auch für die Tourismusbranche zunehmend an Bedeutung gewinnt. Noch ist sie vielerorts ein Nischenthema, doch immer mehr Akteure erkennen ihren wirtschaftlichen und ökologischen Wert und beginnen, Verantwortung zu übernehmen.
Inspiration für Deutschland
Auch in Deutschland wächst das Interesse daran, biologische Vielfalt stärker in Tourismuskonzepte zu integrieren. Zahlreiche Destinationen, Betriebe und Verbände setzen sich bereits dafür ein, Naturerleben und Naturschutz zu verbinden. Internationale Beispiele können hier zusätzliche Impulse geben, denn sie zeigen, dass Biodiversität ein ökologisches und wirtschaftliches Erfolgsmodell ist – für Regionen, Unternehmen und Reisende gleichermaßen.
Tourismusverbände und Organisationen, die sich hierzulande engagieren, könnten sich beim nächsten Wettbewerb bewerben. Denn die EcoTrophea versteht sich als Plattform, um gute Beispiele sichtbar zu machen und voneinander zu lernen.
Vom Vorbild zur Praxis: Jetzt selbst aktiv werden
Wer Biodiversität im eigenen Betrieb fördern möchte, kann mit dem kostenlosen Selbstcheck Biodiversität für Beherbergungsbetriebe starten. Das praxisnahe Tool unterstützt Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen dabei, ihr Engagement zu prüfen, Potenziale zu erkennen und konkrete Maßnahmen umzusetzen. Ob von naturnahen Außenanlagen über insektenfreundliche Beleuchtung bis hin zur Schulung von Mitarbeitenden.
Der Selbstcheck wurde im Rahmen des Projekts „UBi – Unternehmen Biologische Vielfalt” gemeinsam mit der Bodensee-Stiftung, dem Global Nature Fund und ECOTRANS entwickelt und wird durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband unterstützt. Er zeigt, wie Biodiversität Schritt für Schritt Teil eines nachhaltigen Tourismusmanagements werden kann.
Titelbild von Florian Beudean | Unsplash