Managen Sie den Einstieg in Ihre Zukunft

Haben Sie den Erhalt der Biodiversität im Blick und handeln Sie zukunftsfähig? Biodiversitäts-Management bedeutet, dass Unternehmen ihre Auswirkungen und Abhängigkeiten auf die biologische Vielfalt kennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Ziel ist es, negative Auswirkungen auf die Biodiversität zu vermeiden, zu verringern und positive Beiträge zu leisten. Eine kontinuierliche Verbesserung ist ein wesentlicher Bestandteil des Umweltmanagements.

 

Der ganzheitliche Blick

Ein ganzheitliches Umweltmanagement betrachtet alle Bereiche:

  1. Strategie und Management
  2. Lieferkette: vom Anfang der Kette (z.B. vom Feld) bis zu den Produzentinnen und Produzenten
  3. Produktdesign und Produktion: von der Produktentwicklung, über die Produktion und Produktionsstätten bis hin zu den genutzten Flächen
  4. Marketing und Kommunikation: zur Information und Sensibilisierung der Zielgruppen
  5. „Downstream impacts“: die Auswirkungen des Produktes nach der Auslieferung

Biodiversitäts-Management wird in die Unternehmensstrategie und das operative Management integriert, z.B. als Teil des betrieblichen Umwelt- oder Qualitätsmanagements. Zertifizierte Umweltmanagementsysteme wie EMAS III oder die ISO 14001 sind dafür sehr gut geeignet. Ergänzende Maßnahmen zu den Zertifizierungen, wie die Implementierung biodiversitätsfördernder Maßnahmen in der Lieferkette, werden empfohlen. Biodiversität wird bereits in den gängigsten Berichtsstandards (z.B. GRI) abgefragt, wobei die Tiefe der Berichterstattung variiert .

Natur: blumenwiese mit schild

Ziele setzen und effektive Maßnahmen ergreifen

Wenden Sie die Vermeidungshierarchie als Ziel an. Das bedeutet, dass Unternehmen der Reihenfolge nach schauen sollten, wie sie

  1. negative Auswirkungen komplett vermeiden (avoid),
  2. negative Auswirkungen minimieren (minimize),
  3. Natur auf genutzten Flächen oder in geschädigten Ökosystemen soweit möglich wiederherstellen (rehabilitate),
  4. Naturverluste, die nicht vermieden werden können, an anderer Stelle ausgleichen (offsetting oder – besser – insetting),
  5. zusätzliche Naturschutzmaßnahmen ergreifen, z.B. durch die Förderung von Biodiversitätsprojekten entlang der Lieferkette, und so den größtmöglichen Zugewinn an Biodiversität erzielen.

International wird als neues Ziel für Unternehmen diskutiert, eine „natur-positive“ Bilanz zu erreichen. Dieses sehr ambitionierte Ziel erfordert ein systematisches und umfassendes Vorgehen mit guten Kenntnissen über die Ausgangslage. Dabei werden alle von uns aufgeführten Maßnahmen mit bedacht.

Das Science-Based Targets Network (SBTN) als bedeutende internationale Initiative schlägt dabei folgende Schritte für ein ambitioniertes Biodiversitäts-Management vor:

5 Schritte zu einem umfassenden Biodiversitäts-Management nach der Science Based Targets Network (SBTN)

1. Erfassung Status Quo

Material-Assessment (Wesentlichkeitsanalyse) entlang der Wertschöpfungskette: Identifizerung der Auswirkungen und Abhängigkeiten von Rohstoffen und Materialien auf die Biodiversität.

 

Outputs: Schätzungen des „ökologischen Fußabdrucks“ des Unternehmens und eine detaillierte Liste von Handlungsfeldern und Unternehmensstandorten für mögliche Verbesserungen

 

2. Interpretation der Daten und Priorisierung

Einfluss definieren und Priorisierung der Handlungsfelder: Interpretation der Ergebnisse aus Schritt 1 und die Priorisierung der Handlungsmöglichkeiten.

 

Outputs: Liste von Interventionsmöglichkeiten und erste Abschätzung des Aufwands

 

3. Erstellung der Baseline, Festlegung der Ziele und Veröffentlichung

Baseline erstellen, Ziele und Maßnahmen festlegen, Entwicklung eines Monitoring-Plans und Veröffentlichung: Basierend auf den verfügbaren Daten wird eine Baseline erstellt (Status Quo) erstellt und es werden Ziele festgelegt, um die Biodiversität möglichst aktiv zu schützen (Ziel: „Natur-positiv“ zu werden).

 

Outputs: Beschreibung der Baseline, Ziele, Zeitplan und entsprechender Aktionsplan

 

4. Handeln

Vermeiden, Reduzieren, Wiederherstellen, Transformieren: Umsetzung der  Vermeidungshierachie („mitigation hierarchy“) in Unternehmensprozesse und Lieferketten.

 

Outputs: Wirksame Maßnahmen in priorisierten Handlungsfeldern

 

5. Monitoring der Aktivitäten

Monitoren, Reporten, Verifizieren: Im letzten Schritt werden die durchgeführten Maßnahmen überwacht, bewertet, gegebenenfalls angepasst und die Fortschritte veröffentlicht.

 

Outputs: Internes Wissen, öffentliches Reporting, Wissen über Erfolgsfaktoren

 

Klingt kompliziert?

Das UBi-Projekt gibt Ihnen Instrumente an die Hand, mit denen Sie Ihr Biodiversitäts-Management beginnen oder aufbauen können. Nutzen Sie beispielsweise zum Einstieg unseren Biodiversitäts-Signifikanz-Check! Sie verschaffen sich damit einen ersten Überblick über die Relevanz von Biodiversität für Ihr Unternehmen.

Leitfäden für Unternehmen

Es gibt zunehmend Anleitungen und Erfahrungen, wie Unternehmen das Handlungsfeld Biodiversität in ihr (Umwelt)management integrieren können:

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