Kann Digitalisierung helfen, Biodiversität wirksamer zu schützen?
Was lange wie ein Gegensatz klang, entwickelt sich zunehmend zu einem Innovationsfeld: Digitale Technologien machen ökologische Prozesse sichtbar, unterstützen das Monitoring von Arten und Lebensräumen und liefern belastbare Daten für Planung und Bewirtschaftung.
Mit der Förderinitiative „Digital.Natur.Landschaft“ setzt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) genau hier an. Sie unterstützt digitale Entwicklungen mit messbarer Umweltwirkung in der Landnutzung und richtet sich ausdrücklich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Einzelanträge sind erwünscht.
Digitale Technologien als strategischer Hebel
Für Unternehmen eröffnet sich hier ein konkretes Handlungsfeld. Digitale Lösungen spielen eine wachsende Rolle, wenn es darum geht, Naturwerte auf eigenen Flächen systematisch zu erfassen, ökologische Risiken entlang der Lieferkette besser zu bewerten oder nachhaltige Bewirtschaftungsformen datenbasiert weiterzuentwickeln.
Auch im Kontext steigender Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichterstattung und Risikomanagement werden verlässliche ökologische Daten immer wichtiger. Wer digitale Kompetenzen besitzt – ob im Bereich Sensorik, Software, KI oder Datenanalyse – kann diese gezielt in ökologische Anwendungsfelder übertragen.
Die Förderinitiative schafft dafür einen Rahmen.
Worum geht es konkret?
Gefördert werden praxisnahe Modell- und Pilotprojekte, die digitale Innovation mit klarer Umweltwirkung verbinden. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen, die ökologische Prozesse erfassen, bewerten oder steuern und dadurch fundierte Entscheidungen in Planung, Vollzug und Bewirtschaftung ermöglichen.
Das kann zum Beispiel bedeuten:
- digitale Werkzeuge zur Unterstützung von Kartierungen oder Artenschutzprüfungen,
- KI-gestützte Auswertung von Bild-, Audio- oder Drohnendaten,
- automatisierte Aufbereitung biodiversitätsbezogener Daten für Gutachten oder Ausgleichsmaßnahmen,
- digitale Lösungen zur Dokumentation und Fortschreibung von Monitoring- und Maßnahmenkonzepten.
Entscheidend ist, dass die Anwendungen fachlich belastbar sind, langfristig genutzt werden können und sich in bestehende Planungs- oder Verwaltungssysteme integrieren lassen.
Anwendungs- und Handlungsbereiche mit Praxisbezug
Die Initiative konzentriert sich auf zentrale ökologische Herausforderungen der Landnutzung.
Im Bereich Biodiversität geht es um digitale Instrumente, die die Erfassung, Bewertung und Integration biologischer Vielfalt in Planungs- und Entscheidungsprozesse erleichtern. Dazu zählen etwa Monitoring-Dashboards, strukturierte Datenschnittstellen oder standardisierte Dokumentationslösungen.
Im Feld Klimaanpassung und Wasserhaushalt stehen Anwendungen im Fokus, die helfen, Dürre-, Hitze- oder Starkregenrisiken besser zu bewerten und Maßnahmen auf Basis aktueller Klima- und Standortdaten anzupassen.
Beim Bodenschutz werden digitale Werkzeuge gefördert, die eine standortbezogene Bewertung bodenschonender Bewirtschaftung ermöglichen oder Risiken wie Erosion und Verdichtung prognostizieren.
Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der Qualitätssicherung digitaler Umweltanwendungen. Hier geht es um Validierungs- und Prüfkonzepte, standardisierte Berichtsmodule oder Wirkungsvergleiche, die die fachliche Absicherung digitaler Verfahren stärken.
Wer kann einen Antrag stellen?
Die Förderinitiative richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen, steht jedoch auch weiteren Akteuren offen. Dazu zählen unter anderem Ingenieur- und Planungsbüros, land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Start-ups, Technologieunternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie Organisationen mit Umwelt- oder Digitalisierungsbezug.
Projektanträge können fortlaufend eingereicht werden. Die Förderung erfolgt im Rahmen der allgemeinen Projektförderung der DBU als Zuschuss; Details zu Förderbedingungen und -quoten sind den aktuellen Förderleitlinien zu entnehmen.
Weitere Informationen
Detaillierte Informationen zur Initiative und zur Antragstellung finden Sie auf der Website der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.