Der oberirdische Biodiversitätsgewinn der Lupinen war deutlich zu sehen: Während Mitte Juni kaum noch blühende Pflanzen in der Landschaft erkennbar sind, bieten – neben den letzten Blüten des Hafer-Erbsengemenges nebenan – die Weiße Lupine auf dem Feld von Igor Herrmann noch längere Zeit pollen- und nektarsammelnden Insekten ein Nahrungsangebot. Neben Lupine füttert Herr Herrmann auch Luzerne an seine Schweine, die nach einem ersten frühen Schnitt zu Cobs weiterverarbeitet und der Rationsmischung zugefügt werden.
Über den Feldern von Rainer Buck (konventionell wirtschaftender Mäster – Hofglück Edeka Südwest) zwitscherten die Feldlerchen, während der Landwirt den Teilnehmenden den Anbau seines Hafer-Erbsengemenges erläuterte. Das Gemenge hat sich gut etabliert, wobei der Hafer durch den im Nachhinein doch etwas zu großen Anteil dominierte. Hier spielt das betriebsindividuell angestrebte Aussaatverhältnis eine wichtige Rolle. Ausschlaggebend kann hier das Ziel des Gemenges sein, z.B. zur Unkrautunterdrückung oder auch zur Futtereiweißgewinnung über die Erbsen.
Langjährige Erfahrung hat Herr Buck mit dem Anbau von Soja, das die Basis der Eiweißversorgung in der Fütterung darstellt. Mit steigenden Temperaturen hat sich die Anbauwürdigkeit von Soja in seiner Region verbessert. Aus seiner Sicht ist die Kultur unter günstigen Anbaubedingungen eine einfache Kultur – (noch) sind keine Krankheiten und Schädlinge etabliert, die einer Pflanzenschutzbehandlung bedürften. Lediglich das Unkrautmanagement muss sorgfältig erfolgen, so der Landwirt. Er löst dies mit zwei Herbizidbehandlungen.
„Biodiversität ist nicht nur ein landschaftlich reizvoller Aspekt, sie ist Basis unseres Lebens und leistet in der Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung, Schädlingsregulierung, zur Fruchtbarkeit der Böden, zur Wasserversorgung und zu vielen weiteren Leistungen“, betont Projektleiterin Sabine Sommer von der Bodensee-Stiftung,
Das EIP Projekt Biodiv-Schwein wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP-AGRI) unterstützt. Das Projekt wird finanziert mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg.
Dieser Beitrag ist vorab am 18.06. auf der Website der Bodensee-Stiftung erschienen.