Am 7. Oktober 2025 stand beim Digitalen Dialog des Projekts „Unternehmen Biologische Vielfalt – UBi“ alles im Zeichen von Partnerschaften als Schlüssel für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Unter der Organisation von Biodiversity in Good Company diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Naturschutz praxisnahe Ansätze für mehr Biodiversität – und zeigten, wie Kooperationen konkret wirken.
Berliner Bündnis für Biodiversität – Unternehmen vernetzen sich für die Natur
Julia Knack von der IHK Berlin stellte das aus dem UBi-Projekt hervorgegangene Berliner Bündnis für Biodiversität vor – das erste Bündnis seiner Art in Deutschland. Es vereint inzwischen 35 Unternehmen, die gemeinsam mit Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft daran arbeiten, Biodiversität in unternehmerisches Handeln zu integrieren. Mit Coachings, Wissenstransfer und Praxisprojekten wie Dachbegrünungen und Habitatgestaltung ist ein lebendiges Netzwerk entstanden, das weit über Berlin hinaus Wirkung zeigt.
WWF: Biodiversität als strategischer Erfolgsfaktor
Janosch Birkert vom WWF machte deutlich, dass Biodiversität für Unternehmen längst ein geschäftskritisches Thema ist. Anhand internationaler Praxisbeispiele – von nachhaltigen Palmöl-Lieferketten über Wassermanagement im Textilsektor bis hin zu Biodiversität im Bananenanbau – zeigte er auf, wie Partnerschaften den Wandel ermöglichen. Sein Fazit: Biodiversitätsschutz stärkt zugleich Resilienz, Markenwert und Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.
Artenglück: Mitarbeiterengagement für Artenvielfalt
Wie Naturschutz im Unternehmensalltag umgesetzt werden kann, zeigte Lara Boye von Artenglück GmbH. Mit Blühwiesen, Bäumen und Insektenhäusern verwandeln Mitarbeitende Firmenareale in wertvolle Lebensräume. Durch die aktive Beteiligung entsteht Bewusstsein, Motivation – und ein sichtbarer Beitrag zur Biodiversität direkt vor Ort.
Wissenschaft und Praxis im Dialog
Prof. Dr. Marianne Darbi von der Hochschule Geisenheim betonte die Bedeutung gemeinsamer Handlungsräume zwischen Forschung und Praxis. An Beispielen aus dem Rheingau zeigte sie, wie Winzer und Wissenschaftler gemeinsam biodiversitätsfördernde Flächennutzung entwickeln. Ihr Appell: „Erkenntnisse allein reichen nicht – wir müssen miteinander und voneinander lernen.“
Ausblick: Biodiversität als Gemeinschaftsaufgabe
Zum Abschluss verwies Dr. Stefanie Eichiner, Vorstandsvorsitzende von Biodiversity in Good Company und Nachhaltigkeitsmanagerin von Pfleiderer Deutschland, auf die Bedeutung des Projekts „Unternehmen Biologische Vielfalt – UBi“ für die praktische Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie 2030. Sie kündigte das nächste Dialogforum für Juni 2026 in Berlin an – als weiteren Schritt, Partnerschaften zu vertiefen und konkrete Maßnahmen für mehr biologische Vielfalt in der Wirtschaft voranzutreiben.