Machen Sie den grünen Unterschied

Naturerlebnisse für Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden: Das können Sie mit einem naturnahen Firmengelände schaffen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und mit wenig Aufwand lässt sich Beachtliches für Natur und Mensch erreichen.

 

Firmengelände und Liegenschaften

Ein erstes Potenzial, der Biodiversität Raum zu geben, bieten Firmengelände und Liegenschaften. Zur Förderung der Biodiversität sind dies die sichtbarsten und am schnellsten umsetzbaren Maßnahmen. Sie wirken sich unmittelbar positiv auf den Standort und alle Mitarbeitenden aus. Kosten und Aufwand sind gering. Je nach Größe, Lage, Beschaffenheit und Nutzungsstruktur Ihres Geländes gibt es vielfältige Möglichkeiten, die Biodiversität am Standort zu fördern:

Fördermöglichkeiten für naturnahe Firmengelände

Die Gestaltung eines naturnahen Firmengeländes muss nicht allein aus dem Unternehmensbudget finanziert werden. Es gibt zahlreiche Förderprogramme auf kommunaler, Landes- ud EU-Ebene, die Unternehmen bei der Umsetzung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen unterstützen können. Welche Programme in Frage kommen, hängt unter anderem von Standort, Unternehmensgröße und Art der Maßnahme ab.

Unternehmen, die ihr Firmengelände biodiversitätsfreundlich gestalten möchten, sollten prüfen, welche Förderangebote auf Landes- oder kommunaler Ebene bestehen und ob sich naturnahe Maßnahmen mit Klimaanpassungs-, Regenwassermanagement- oder Energieeffizienzmaßnahmen kombinieren lassen. Auch Programme einzelner Bundesländer, Kommunen oder Umweltstiftungen bieten hierfür teils gezielte Unterstützung. Die Förderdatenbank des Bundes gibt einen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

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Das KfW-Umweltprogramm

Das KfW-Umweltprogramm (240/241) hat derzeit kein eigenes Modul für die naturnahe Gestaltung von Firmengeländen, aber ggf. können sich Anknüpfungspunkte ergeben, wenn entsprechende Maßnahmen Teil eines klima- oder ressourcenbezogenen Gesamtvorhabens sind, beispielsweise im Zusammenhang mit Klimaanpassung, Regenwassermanagement, Flächenentsiegelung oder der Reduktion von Hitzeinseln auf Betriebsflächen.

Dächer begrünen

Dachbegrünungen geben der Natur Flächen zurück und haben positive, temperaturausgleichende Effekte für das Gebäude. Sie halten Regenwasser zurück, verbessern das Gebäudeklima, sorgen durch Staubbindung für saubere Luft, werden zu Erholungsräumen für die Mitarbeitenden und werten das Stadt- und Landschaftsbild auf. Begrünte Dächer bieten Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und sind wertvoller als Bitumen- oder Kiesdächer. Sie verlängern die Lebensdauer von Gebäuden und verringern deren Betriebskosten. Besonders geeignet sind Flachdächer und leicht geneigte Dächer.

Sie können ein extensives Gründach mit Mager- und Trockenrasen anlegen oder als üppigen Garten mit Aufenthaltsqualität nutzen. Gründächer gelten als (teilweise) versickerungsfähige Flächen und reduzieren somit die Abwassergebühren. Je nach Gestaltung finden Sie Pflanzen, die Extreme vertragen, wie Fetthennen und Gräser, oder auch Naschgärten mit Obst und Blumenwiesen.

Dachbegrünung auf Gebäuden

Fassaden begrünen

Große fensterlose Flächen von Lager-, Werks- und Fabrikhallen eignen sich hervorragend für eine Fassadengestaltung. Aber auch Parkhäuser, Verwaltungsgebäude, Eingangsbereiche und kleinere technische Gebäude wie Trafohäuschen können auf interessante Weise naturnah gestaltet werden. Grundsätzlich gibt es für alle Anforderungen und Situationen Lösungen – seien es bodengebundene Fassadenbegrünungen, bei denen die Pflanzen sich an der Fassade oder einer Rankhilfe emporwachsen, oder fassadengebundene Systeme, sogenannte „Living Walls“, bei denen die Pflanzen in die Fassade integriert sind.

Während normale Fassaden Temperaturschwankungen von 50 Grad Celsius ausgesetzt sind, dämmen Fassadenbegrünungen und sparen Energiekosten beim Heizen und Kühlen von Gebäuden. Außerdem kann die Lebensdauer der Gebäudehülle verlängert werden. Sie können das Erscheinungsbild eines Gebäudes auflockern und mit immergrünen Pflanzen auch im Winter attraktiv sein. Kletterpflanzen wie Hopfen, Wein oder Efeu unterstreichen die Naturverbundenheit des Unternehmens. Fassaden bieten Vögeln Nahrung und Nistmöglichkeiten und sind Lebensraum für Insekten.

Fassadengrün

Flächen entsiegeln

Wenn Sie Parkplätze, Feuerwehrzufahrten oder Wege entsiegeln, freut sich der Regenwurm. Die zunehmende Versiegelung von Flächen durch wasserundurchlässige Beläge wie Beton oder Asphalt wirkt sich negativ auf Ihre Abwasserkosten und die Kleintiere im Boden aus. Entsiegelung ist daher eine wichtige und erfolgsversprechende Maßnahme, um der Natur Flächen zurückzugeben und Lebensräume zu vernetzen. Hier wachsen trockenheitsliebende Pflanzen. Am besten ist es natürlich, sich von Anfang an zu fragen, ob eine Fläche wirklich versiegelt werden muss.

Steineritze mit Pflanze

Insektenfreundliche Beleuchtung

Beleuchtung wirkt sich nicht nur auf Ihre Energiekosten aus, sondern auch auf Pflanzen und Tiere. Weniger und gezielt eingesetzte Beleuchtung gehört daher zu den naturverträglichen und leicht umsetzbaren Maßnahmen. Vor allem das Lichtspektrum (Lichtfarbe und Lumen) beeinflusst die Natur. Nachtaktive Tiere wie Igel und Falter werden irritiert oder angelockt. Sie werden in ihrem natürlichen Verhalten und Rhythmus gestört. Auch himmelwärts strahlende Lampen und offene Lampengehäuse ziehen Tiere an.

Die Natur wird geschont, wenn die Menge bzw. Anzahl, die Abstrahlrichtung und das Spektrum berücksichtigt werden. Auch Pflanzen werden durch die Beleuchtung in ihrem Wachstum und ihren Zyklen stark beeinflusst. Wissenschaftliche Erkenntnisse finden Sie auch in unserem Blog.

Lichtverschmutzung pexel fancesco ungaro

Vernetzung mit umliegenden Ökosystemen

Auch die Natur liebt und braucht Vernetzung. Wenn Sie Ihr Firmengelände mit den umliegenden Naturräumen vernetzen, bauen Sie Brücken für Pflanzen und Tiere. Bedenken Sie, dass Insekten und Pflanzen nur einen sehr begrenzten Wirkungsbereich haben. Viele Wildbienen haben einen Aktionsradius von etwa 150 Metern, viele Insekten sogar noch weniger. Je nachdem, welche Flächen an Ihre Firmengelände angrenzen, können Sie schon mit kleinen Maßnahmen wie Nisthilfen, Blühstreifen, naturnahen Hecken und Totholz viel bewirken.

Erkundigen Sie sich bei der Kommune oder bei Naturschutzverbänden, welche Naturräume rund um Ihre Liegenschaft welche Bedürfnisse haben. Feuchtgebiete, Gewässer, Wälder und Trockenwiesen sind nur einige der möglichen Biotope.

Insekten Hilfen

Heimische Pflanzenarten einplanen

Bei der Bepflanzung des Firmengeländes, sind heimische Pflanzen den Pflanzen aus anderen Kontinenten weit überlegen. Im Laufe der Evolution haben sich Pflanzen, Vögel, Insekten und Mikroorganismen aneinander angepasst und bilden ein Netzwerk gegenseitiger Beziehungen. Ein Beispiel ist der Lebensraum Baum: Eine Eiche beherbergt bis zu 200 verschiedene Lebewesen, ein Ginkgobaum maximal zehn. Ähnliches gilt auch für heimische Blütenpflanzen. Manche Tierarten haben sich auf eine Pflanze spezialisiert und sind von ihr abhängig. Wer heimische Pflanzen pflanzt, fördert Insekten, Vögel und Säugetiere.

Invasive Arten sind ein wichtiger Faktor für den Verlust der biologischen Vielfalt: Einige nicht-heimische Arten, die absichtlich oder zufällig eingeführt wurden, haben keine ökologischen Gegenspieler und können daher lokale Ökosysteme schnell dominieren. Leider werden potenziell invasive Arten manchmal auch im Garten- und Landschaftsbau verwendet – hier sollte man sich informieren und auf die Verwendung verzichten.

Natur: Biodiversität in einer Blumenwiese Key

Mehr zum Thema?

Weitere Impulse zu naturnahen Firmengeländen finden Sie auf der Seite des BMUKN und auf unserer Download-Seite. Hier haben wir für Sie Publikationen zu einzelnen Handlungsfeldern, branchenspezifische Informationen und Übergreifendes zum Thema Biodiversität zusammengestellt. Schauen Sie doch mal rein, gerade zum Thema Firmengelände ist etwas dabei! Wer noch mehr Impulse sucht, dem bietet die Website von Biodiversity Premises eine weitere gute Quelle.

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