Was UBi bewegt hat

Seit 2013 bringt “Unternehmen Biologische Vielfalt – UBi” Wirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft sowie Politik zusammen, um Biodiversität stärker im unternehmerischen Handeln zu verankern. Entstanden sind Wissen, Werkzeuge, Dialogformate, Branchenimpulse und regionale Bündnisse – und ein engagiertes Netzwerk, das die praktische Verankerung biologischer Vielfalt in der Wirtschaft voranbringt.

Diese Seite bündelt ausgewählte Ergebnisse, Stimmen und Materialien aus der Projektlaufzeit von November 2021 bis Oktober 2026. Sie zeigt, was durch UBi möglich wurde, welche Impulse Unternehmen und Verbände mitnehmen können und worauf in Zukunft aufgebaut werden kann.

 

Ein Projekt, viele Zugänge

Biodiversität ist für Unternehmen kein klar abgegrenztes Thema. Sie berührt Standorte, Lieferketten, Rohstoffe, Managementsysteme, Berichterstattung, Finanzierung und regionale Zusammenarbeit. UBi hat deshalb auf unterschiedlichen Ebenen angesetzt: Signifikanz- und Biodiverstitiy-Checks bieten Orientierung und konkrete Ansatzpunkte, Dialogformate und Coachings ermöglichen Vertiefung und Austausch. Branchenspezifische Angebote und regionale Bündnisse bringen Unternehmen mit ähnlichen Fragestellungen zusammen, während Fachmaterialien und Beispiele guter Praxis Wissen und Erfahrungen für die eigene Umsetzung zugänglich machen.

Ein Blick auf die Projektarbeit macht sichtbar, wie breit biologische Vielfalt in wirtschaftliche Zusammenhänge übersetzt wurde.

„UBi in Zahlen“ mit neun Kennzahlen zu Branchen, Checks, Veranstaltungen, Publikationen, Unterstützerkreis, Biodiversitätsbündnissen und LinkedIn-Netzwerk.

Stand: Oktober 2026. Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum November 2021 bis Oktober 2026. | Grafik mit Unterstützung von KI erstellt

Hinter den Kennzahlen stehen unterschiedliche Wege, Unternehmen und Branchen bei der Auseinandersetzung mit Biodiversität zu unterstützen: von der ersten Orientierung über vertiefende Checks und branchenspezifische Angebote bis hin zu Dialog, Wissenstransfer und regionaler Vernetzung.

Entstanden sind dabei nicht nur einzelne Formate und Materialien, sondern Wissen und Erfahrungen, die gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden, Kammern sowie Fachakteuren aus Wissenschaft und Naturschutz entwickelt und für die weitere Praxis zugänglich gemacht wurden.

Aus Wissen entstehen Möglichkeiten

Biodiversität ist für fast jedes Unternehmen relevant, aber nicht immer leicht zu greifen. Wo liegen die eigenen Abhängigkeiten? Welche Auswirkungen entstehen an Standorten, entlang von Lieferketten oder bei Rohstoffen? Und welche Maßnahmen passen zum Unternehmen?

UBi hat dafür Wissen so aufbereitet, dass daraus Orientierung und Handlungsmöglichkeiten entstehen. Wer sich zunächst orientieren möchte, findet auf der Seite Biologische Vielfalt einfach erklärt einen verständlichen Einstieg. Für Unternehmen, die eigene Auswirkungen und Abhängigkeiten einschätzen möchten, bieten der Signifikanz-Check und die Biodiversity-Checks passende nächste Schritte. Vertiefende Materialien, Leitfäden und Dokumentationen sind im Wissenspool gebündelt.

„Durch den Biodiversitätscheck konnten wir bestehende Lücken identifizieren, die wir nun in unserer Strategie schließen werden.“ – Michaela Weber, Group Managerin Environmental Management & Product Compliance, Marc O’Polo (2025)

Wo Austausch Wirkung entfaltet

Biodiversität berührt viele Bereiche unternehmerischen Handelns und bringt entsprechend unterschiedliche Fragen mit sich. Unternehmen brauchen fachliche Orientierung, Beispiele aus der Praxis und Räume, in denen Erfahrungen geteilt werden können. UBi hat dafür unterschiedliche Austauschformate geschaffen, ob digital, vor Ort oder in regionalen Netzwerken.

Das UBi-Dialogforum hat sich als nationale Jahreskonferenz für Wirtschaft und Biodiversität etabliert. Seit 2022 kamen pro Jahr zwischen 200 und 350 Teilnehmende bei den Dialogforen von UBi zusammen. Ergänzend griffen Digitale Dialoge, Webinare und Workshops aktuelle Themen auf.

Zuschauer beim Dialogforum von UBi 2024 im Allianz Forum in Berlin

Dialogforum von UBi 2024 im Allianz Forum in Berlin | © Katja Zimmermann

Eine wichtige Rolle spielte zudem der UBi-Unterstützerkreis. Dort kamen Verbände und Organisationen zusammen, die Biodiversität in ihre eigenen Netzwerke tragen, Informationen weitergeben und als Multiplikatoren für Unternehmen wirken konnten.

Besonders konkret wird diese Zusammenarbeit in den Biodiversitätsbündnissen. Dort kommen Unternehmen, Naturschutzorganisationen, wissenschaftliche Institutionen sowie Verwaltung und Politik in einer Region zusammen. Die Bündnisse schaffen Raum für Austausch, Good-Practice-Beispiele, Expert:innenwissen und gemeinsame nächste Schritte.

„Im Bündnis haben wir verlässliche Partner für die Realisierung einiger Projekte gefunden. Ohne das Netzwerk hätte das viel länger gedauert.“ – Gissela Riccio, Referentin für Biodiversität und nachhaltige Entwicklung, BEW Berliner Energie und Wärme GmbH (2026)

Auch digital ist aus UBi ein wachsendes Business-Netzwerk entstanden. Über LinkedIn wurden Projektneuigkeiten, Veranstaltungen, Materialien und Beispiele aus der Praxis sichtbar gemacht und Biodiversität als Thema für den professionellen Austausch in der Wirtschaft gestärkt.

Wie Branchen Biodiversität übersetzen

Biodiversität wird je nach Branche an anderen Stellen relevant: bei Rohstoffen und Lieferketten, bei Standards und Produktionsprozessen, bei Flächennutzung, Finanzierung, Standortqualität oder Naturerlebnis. Deshalb braucht es branchenspezifische Zugänge statt allgemeiner Antworten.

UBi hat diese Unterschiede gemeinsam mit Branchenakteuren bearbeitet. Für Lebensmittelwirtschaft, Textil, Tourismus, Bau- und Heimwerkermärkte, Chemie, Pflanzenproduktion und Finanzwirtschaft entstanden unterschiedliche Angebote und Materialien. Sie zeigen, an welchen Stellen Biodiversität für die jeweilige Branche besonders relevant wird, und geben Unternehmen Orientierung zu wichtigen Auswirkungen, Abhängigkeiten und Handlungsfeldern.

Einige der im Projekt entwickelten Ansätze wurden darüber hinaus in bestehende Standards, Beschaffungsprozesse und Branchenstrukturen aufgenommen und können dort weiterwirken.

Im Rahmen von UBi wurden branchenspezifische Formate entwickelt, die fachlichen Austausch und praxisnahe Orientierung ermöglichen. Hier ist ein Einblick in das Fachforum zur Automobilbranche beim Dialogforum von UBi 2025. | © Sebastian Höhn

Praxis zeigen, Wissen weitergeben

Biodiversität wird greifbarer, wenn Unternehmen zeigen, was bereits möglich ist. Deshalb hat UBi Beispiele aus der Praxis sichtbar gemacht.

So würdigt zum einen der UBi-Wettbewerb Unternehmen, die Biodiversität konkret angehen, und macht ihre Erfahrungen für andere sichtbar. Aber auch Beiträge und Praxisberichte zeigen, wie Unternehmen Biodiversität auf dem Firmengelände, in Lieferketten, im Management oder in der Kommunikation aufgreifen. Aktuelle Beispiele aus Unternehmen finden sich in den UBi-Beiträgen.

Neben diesen Erfahrungen aus der Praxis ist im Projekt eine Vielzahl an Materialien entstanden: Leitfäden, Checks, Empfehlungen, Factsheets, Webinare, Dokumentationen und Praxisbeispiele. Auch sie machen sichtbar, wie unterschiedlich Biodiversität für Unternehmen relevant wird. Und sie helfen dabei, Biodiversität besser zu verstehen, eigene Berührungspunkte zu erkennen und konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Die Publikationen und Materialien aus dem Projekt werden hier gebündelt dokumentiert und bleiben als Wissensgrundlage für Unternehmen, Verbände und regionale Netzwerke nutzbar.

Ein Netzwerk, das weiterwirkt

Biodiversität in der Wirtschaft zu verankern, bleibt eine gemeinsame Aufgabe. UBi hat dafür Grundlagen geschaffen: Wissen wurde gebündelt, Werkzeuge wurden entwickelt, branchenspezifische Angebote geschaffen, regionale Bündnisse gegründet und neue Verbindungen zwischen Wirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Politik geknüpft.

Was UBi bewegt hat, kann damit weiterwirken. Viele der entstandenen Angebote, Materialien und Erfahrungen können weiter genutzt und in neue Zusammenhänge getragen werden. Von Unternehmen, Verbänden, Kammern und allen, die Biodiversität im wirtschaftlichen Handeln stärken möchten.

Teilnehmende beim zweiten Jubiläum des Berliner Biodiversitätsbündnisses in der Malzfabrik verfolgen einen Vortrag.

Teilnehmende beim Jubiläum des Berliner Biodiversitätsbündnisses in der Malzfabrik Berlin. | © Robert Recker

Titelbild: © Katja Zimmermann

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