Vom Strand-Café bis zum Unternehmensstandort: Der bundesweite Pflanzwettbewerb zeigt, wie unterschiedlich Unternehmen Lebensräume für Wildbienen und andere Tiere schaffen können.
286 Wettbewerbsbeiträge, rund 4.000 engagierte Menschen und insgesamt 17 Hektar naturnah gestaltete Flächen: Der Deutschland summt!-Pflanzwettbewerb 2026 hat erneut gezeigt, wie viel sich für die biologische Vielfalt bewegen lässt. Am 19. September zeichnete die Stiftung für Mensch und Umwelt in den Gärten der Welt in Berlin 47 Projekte aus ganz Deutschland aus.
Auch Unternehmen waren wieder vertreten. In der Kategorie „Firmengärten“ wurden fünf Projekte ausgezeichnet, darunter ein Café auf einer Nordseeinsel, ein Berliner Dienstleistungsunternehmen und ein Unternehmen aus der Biotechnologiebranche. Ihre Ansätze sind unterschiedlich, doch eines verbindet sie: Sie nutzen vorhandene Flächen und betriebliche Möglichkeiten, um neue Lebensräume zu schaffen oder bestehende naturnahe Strukturen zu erhalten.
Vom Asphalt zum Wildstaudenbeet
Den ersten Platz in der Kategorie „Firmengärten“ sicherten sich Sonja und Frank vom Strand-Café Pellworm. Auf rund 200 Quadratmetern haben sie die Außenanlagen ihres Cafés in direkter Deichlage insektenfreundlich umgestaltet. Wo zuvor Asphaltflächen lagen, wachsen heute heimische Wildstauden. Trockenmauern, Wildwiesen und Nisthilfen ergänzen das Angebot für unterschiedliche Tierarten.
Die neu gestalteten Flächen grenzen unmittelbar an die Außenterrasse. So profitieren nicht nur Insekten von den Maßnahmen: Auch die Gäste erleben die naturnahe Gestaltung und kommen mit den Betreibern über Pflanzen und Lebensräume ins Gespräch.

Zwischen Terrasse und Blühflächen: Das Strand-Café Pellworm verbindet Gastronomie mit einer naturnahen Gestaltung seiner Außenanlagen. | Foto: Strand-Café Pellworm
Gemeinsam den Firmengarten umgestalten
Dass aus einer kleinen Idee ein größeres Biodiversitätsprojekt entstehen kann, zeigt die BEBRA Gebäudemanagement & Service GmbH in Berlin. Was mit dem Wunsch nach einem Hochbeet für die Mittagspause begann, entwickelte sich zu einer gemeinschaftlichen Umgestaltung des Firmengartens.
Auf rund 100 Quadratmetern entstanden unter anderem Blühflächen, Staudenbeete sowie Wasser- und Rückzugsorte für Tiere. Mitarbeitende beteiligten sich an der Planung und Umsetzung.

Gemeinsam für mehr Biodiversität: Bei BEBRA werden bestehende Flächen im Firmengarten naturnah umgestaltet. | © Summ und Brumm BEBRA
Interessant ist auch die Verbindung zum regionalen Netzwerk: BEBRA ist Mitglied im Berliner Biodiversitätsbündnis. Der Austausch bei einer Bündnisveranstaltung gab zusätzliche Anregungen, die eigenen Außenanlagen naturnäher zu gestalten. Das Projekt wurde mit einem dritten Platz ausgezeichnet. Mehr zu den Biodiversitätsbündnissen finden Sie hier.
Wenn weniger Pflege mehr bewirken kann
Einen Sonderpreis erhielt die Promega GmbH aus Walldorf für ihren Ansatz „Nicht mähen ist auch säen“. Auf ihrem rund 18.000 Quadratmeter großen Gelände setzt das Unternehmen unter anderem auf Wildblumenwiesen, Streuobst und eine an die natürlichen Entwicklungszyklen angepasste Pflege. Anstatt Wiesenflächen nach einem festen, häufigen Mährhythmus kurz zu halten, dürfen Pflanzen blühen und sich aussäen. Die Pflege erfolgt abschnittsweise, damit Rückzugsräume für Insekten erhalten bleiben.

Naturnahe Pflanzflächen und vielfältige Vegetationsstrukturen prägen die Außenanlagen von Promega in Walldorf. | © Promega
Das Beispiel verdeutlicht, dass Biodiversitätsförderung nicht immer zusätzliche Pflanzungen oder aufwendige Umgestaltungen erfordert. Auch der bewusste Umgang mit vorhandenen Flächen kann einen wichtigen Beitrag leisten.
Jede Fläche bietet Möglichkeiten
Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie unterschiedlich die Ausgangsbedingungen von Unternehmen sein können. Entscheidend ist nicht allein die Größe einer Fläche, sondern auch, wie sie gestaltet, gepflegt und genutzt wird.
Der Deutschland summt!-Pflanzwettbewerb macht solche Ansätze sichtbar und lädt dazu ein, selbst aktiv zu werden. Die dokumentierten Wettbewerbsbeiträge bieten zahlreiche Anregungen für Unternehmen, die ihre Außenflächen naturnäher gestalten möchten – vom ersten Beet bis zur langfristigen Entwicklung eines gesamten Standorts.
Alle ausgezeichneten Projekte und zahlreiche Praxisbeispiele sind auf der Website des Deutschland summt!-Pflanzwettbewerbs zu finden.